REMEX Mineralstoff GmbH
Wiederverwertung Hausmüll

Nachhaltiges mineralisches Abfallmanagement

Es sind die Entwicklungen der letzten Jahre, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Qualität der Recyclingergebnisse aus der Ascheaufbereitung immer mehr Weiterverarbeitungsmöglichkeiten bietet. Dabei wurde dieser Prozess bei uns ganz entscheidend vom Green Deal in den Niederlanden beeinflusst. Von dem Vorsprung, den wir als REMEX-Gruppe dort mit unserer Tochtergesellschaft HEROS geschaffen haben, profitieren unsere Kunden aus der Müllverbrennungsindustrie genauso wie die Verarbeiter unserer Recyclingmetalle oder die Bauunternehmen, die unsere Baustoffe einsetzen.

Der niederländische Green Deal

Erwin Pieters, Geschäftsführer HEROS Sluiskil B.V.

„Der Green Deal für Hausmüllverbrennungsasche ist in Europa einzigartig. In den Niederlanden hat er zu großen Veränderungen geführt – alle sind der Nachhaltigkeit verpflichtet.“

„Beim Green Deal steht das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund, also Themen wie die Reduktion von CO2-Emissionen, Landschaftsschutz und Biodiversität. Der Green Deal mit Fokus auf Recycling und Behandlung von Hausmüllverbrennungsasche wurde 2012 von Vertretern der Waste-to-Energy-Industrie und der niederländischen Regierung unterschrieben.

Jedes Jahr wird in den Niederlanden insgesamt ein Volumen von 1,5 Millionen Tonnen Rostasche erzeugt. Bis zum Jahr 2017 wurden diese Aschen – nach Abscheidung und Rückgewinnung der darin enthaltenen Metalle – hauptsächlich im Erd- und Straßenbau eingesetzt; allerdings unter Einsatz von sicherungstechnischen Maßnahmen, um eine Auslaugung von Schadstoffen in die Umwelt zu unterbinden.

Der Green Deal fordert nun einen zusätzlichen Recyclingschritt, der sicherstellt, dass das Material komplett neue Qualitätsstandards erfüllt, so dass keine Sicherungsmaßnahmen mehr notwendig sind. Bis zum Jahr 2017, also dieses Jahr, müssen 50 % und bis zum Jahr 2020 100 % der behandelten Asche diese neue Qualität erfüllen.“

Weggeworfen und dann?

Arie de Bode, Geschäftsführer HEROS Sluiskil B.V.

„Der Weg von der Verbrennung bis zur Wiederverwertung – bei HEROS verantworten wir die Aufbereitung der Rostasche, die aus dem Hausmüll von ca. 6 Millionen Menschen entsteht.“

„Wir befinden uns hier auf dem 45 ha großen Gelände der HEROS Sluiskil in den Niederlanden. HEROS liegt am Kanal von Gent nach Terneuzen, welcher die großen Häfen wie Antwerpen und Rotterdam, Vlissingen und Gent miteinander verbindet.

Der Kanal ist für uns besonders wichtig, denn wir erhalten den Großteil unserer Rohstoffe per Schiff, dazu gehören auch circa 650.000 Tonnen Hausmüllverbrennungsasche.

Bei der Asche handelt es sich um die Rückstände aus der thermischen Behandlung von Siedlungsabfall, also Hausmüll, der energetisch verwertet worden ist. Nach dem Prozess verbleiben Rost- bzw. Rohaschen, die weiter behandelt werden.

Die von uns aufbereitete Hausmüllverbrennungsasche kommt aus unterschiedlichen Regionen in den Niederlanden und Belgien; darunter die Städte Rotterdam, Roosendaal, Harlingen und nicht zuletzt auch Brüssel. Insgesamt entsprechen diese 650.000 Tonnen einer ursprünglichen Hausmüllmenge von rund 6 Millionen Bürgern.

Die Rohasche wird per Schiff angeliefert, entladen und in unseren Anlagen aufbereitet, wobei wir im Rahmen des Mineralstoffrecyclings den größten Teil der Eisen- und Nichteisen-Metalle wie Aluminium, Kupfer, Zink und Nickel ab einer Partikelgröße von 1 Millimeter zurückgewinnen.

Damit geht nichts, was in den Müll geworfen wird, verloren. Denn HEROS recycelt Abfälle so, dass das, was angeliefert wird, dem Markt wieder als Rohstoff zur Verfügung steht. Somit ist unser Unternehmen ein wichtiger Bestandteil im Prozess der Wiederverwertung von begrenzten Ressourcen.

In Zukunft wird unser Mineralstoffrecycling noch besser werden. Zurzeit wird die aufbereitete Asche nämlich hauptsächlich im Straßenbau verwendet. Das möchte man in Niederlanden jedoch ändern und neue Anwendungsgebiete erschließen. Deswegen haben wir im Rahmen des Green Deals vom entsprechenden Ministerium die Aufgabe erhalten, die Asche gründlicher zu reinigen, oder anders ausgedrückt, nachhaltiger zu machen.

Das bedeutet, dass wir neben der Aufbereitung, die wir jetzt schon vornehmen, die Asche mit innovativen Verfahren zusätzlich reinigen. Einerseits, um noch mehr Metalle im Sinne des sogenannten „urban mining“ herauszufiltern. Andererseits wird durch diesen zusätzlichen Prozess die Qualität der mineralischen Aschefraktion erheblich verbessert.

Deshalb erweitern wir unsere Anlage mit neuen, von uns entwickelten Technologien. Dazu gehört eine hydromechanische Behandlung, in der wir die Asche in einem besonderen Verfahren waschen, so dass die Umwelteigenschaften verbessert werden. In einer weiteren Anlage stellen wir aus der Asche ein technisch hochwertiges Granulat her. Der resultierende Baustoff ist so gut, dass er als Zuschlag in Beton oder Asphalt eingesetzt werden kann.“

Hochwertige Ersatzbaustoffe aus Asche

Dr. Ulrike Kalthof, Geschäftsführerin MAV Lünen GmbH

„Im Hafen Lünen bereitet die MAV in der eingehausten Aufbereitungsanlage pro Jahr 250.000 Tonnen Hausmüllverbrennungsasche auf.“

„Wir stehen hier vor dem Austrag der Rohaschenaufbereitung der MAV. Die Aufbereitung dieser Rohaschen findet in mehreren Stufen statt. Die erste Stufe ist dabei ein Trommelsieb, bei dem die eigentliche Asche von groben, steinigen Bestandteilen und auch groben Schrotten getrennt wird.

Die zentrale Aufbereitung der Asche findet innerhalb der Halle statt. Hier werden über mehrere Siebstufen und Magnete wiederum Eisenmetalle magnetisch abgeschieden und Nichteisen-Metalle sowie Aluminium, Nickel, Kupfer, Blei über sogenannte Wirbelstromabscheider abgeschieden.

Gleichzeitig nutzen wir einen Windsichter. Das ist eine Art Staubsauger, um Restmüllpartikel aus der Asche abzusaugen.

Das fertige Produkt tragen wir hier über das Förderband und den nachgeschalteten Absetzer auf eine Halde aus, von dieser Halde findet dann auch der anschließende Versand der Baustoffe statt.

Das, was wir hier sehen, ist ein nach allen nationalen und auch nach internationalen Regeln güteüberwachtes Produkt, das wir in den vergangenen Jahren auch erfolgreich in deutsche Erd- und Straßenbauprojekte vermarkten konnten.“

 

Laboranalyse für die Erfolgskontrolle

Arie de Bode, Geschäftsführer HEROS Sluiskil B.V.

„Mittels unterschiedlicher Analysen können wir sicherstellen, dass wir wirklich das Optimum an Metallen zurückgewinnen und bestmögliche Ersatzbaustoffqualitäten erreichen.“

„Was Sie hier sehen, ist unser Labor. Die Aktivitäten hier sind wichtiger Bestandteil unseres Unternehmens. Das HEROS-Labor gibt es in dieser Art und Größe seit circa 10 Jahren, denn damals fingen wir hier in den Niederlanden an, die Asche wesentlich detaillierter zu untersuchen.

Heutzutage analysieren wir die Hausmüllverbrennungsasche sehr genau. Wir dokumentieren, wie sich die Asche zusammensetzt und welche Rohstoffe extrahiert und recycelt werden können. Dafür stehen uns unterschiedliche Instrumente zur Verfügung, unter anderem eine Reihe von Brechern im Labormaßstab, die das Granulat zerkleinern und mit deren Hilfe wir die Metalle lösen.

Selbstverständlich gehört zur Ausstattung des Labors auch ein Siebverfahren, bei dem die unterschiedlichen Fraktionen der zu analysierenden Asche getrennt werden. Im Anschluss daran können wir die Metalle mit einem mobilen Wirbelstromabscheider, den Sie hier sehen, aus der Asche entfernen. Das Ganze ist also eine Nachahmung der Aufbereitungsprozesse unserer Anlage.

Die extrahierten Metalle trennen wir mithilfe einer Flüssigkeit in leichte und schwere Fraktionen. Das machen wir mit diesem Instrument, welches in Zusammenarbeit mit der TU Delft entwickelt worden ist.

Somit wissen wir zu jedem Zeitpunkt, wie viel Metall die Asche enthält, so dass wir unsere Betriebsprozesse optimal steuern und schließlich noch mehr und noch feinere Eisen- und Nichteisen-Partikel herausholen können.

Zusätzlich verbessern wir in Übereinstimmung mit dem niederländischen Green Deal die Qualität des mineralischen Ascheanteils, der circa 90 Prozent ausmacht. Das tun wir, indem wir zahlreiche Daten bezüglich der chemischen Zusammensetzung der mineralischen Fraktion ermitteln und kontrollieren. Dies geschieht ebenfalls in diesem Labor.

So untersuchen wir neben vielen anderen Parametern wie dem Schwermetallgehalt auch den Chloridanteil in der Asche. Dazu dient zum Beispiel diese Versuchsaufstellung mit den Eluaten, bei der wir von mehreren Ascheproben den Salzgehalt ermitteln, um nachzuweisen, dass unser Waschverfahren die erforderlichen Resultate liefert und somit die Vorgaben erfüllt.“